der regisseur

Mit Jean Grädel übernimmt ein erfahrener Regisseur die künstlerische Leitung des No e Wili 2007.

Bereits nach Abschluss des Lehrerseminars Kreuzlingen 1964 zog es ihn zum Theater; er leitete während mehrerer Jahre das Studententheater Kreuzlingen/Konstanz und wirkte dort als Spieler und als Regisseur. Auch während des anschliessenden Studiums – er studierte Germanistik, Theaterwissenschaft, Psychologie und Kunstgeschichte – führte er Regie und arbeitete als Regieassistent von L. Lindtberg in Wien und in Zürich.
Von 1968 - 1971 arbeitete er am Theater am Neumarkt. Daraufhin gründete er die „claque“ in Baden. Nach einer Weiterbildung im Ausland rief er das Theater Spatz & Co ins Leben, danach übernahm er die Leitung der Abteilung Theater & Tanz bei Pro Helvetia.

VomTheater an der Winkelwiese, wo er 11 Jahre Regie führte, kam er ans Theater Gessnerallee, dessen künstlerische Leitung er seit 2003 innehat.

Jean Grädel arbeitet aber auch immer wieder gerne und erfolgreich mit Laienspielern und machte sich einen Namen als Regisseur von Freilichtspielen, so beispielsweise 2005 mit der „Schlacht am Stoss“ in Appenzell, 1991 mit dem Thurgauer Festspiel „Thomas Bornhauser“ und 1986 mit dem Festspiel zu „600 Jahre Schlacht bei Sempach“.

Die Tradition des schweizerischen Festspiels liegt ihm am Herzen. Sie will er in zeitgemässer Form auch in Stein am Rhein lebendig machen

Die Neuinszenierung 2007Jean Grädel

Ich werde NO E WILI neu inszenieren. Natürlich wird die bekannte eschichte erzählt. Die einschneidendste Veränderung ist sicher dieÜbersetzung in den Dialekt der Einwohner von Stein am Rhein. DieHegauer Adligen werden schwäbisch sprechen, die Zürcher zürichdeutschund die Politiker halten ihreReden hochdeutsch. Das bewirkteine grössere Authentizität und eine Farbigkeit der Sprachen.

Die ganze Inszenierung wird filmischerwerden. Das heisst, dassviele Szenen simultan ablaufen werden,fliessende Übergänge, schnelle Dialoge und rasante Stunts, Kämpfeund Streitszenen sollen das Publikumfesseln. Eine barock inszenierte Marktszene zum Stückbeginn leitetüber in die Vereidigung des neu gewähltenBürgermeisters. Höfische und bäurische Renaissancemusiklive aufspielende Musiker bewegensich auf dem Marktplatz, eine Geräuschkomposition von Ernst Thomaunterstützt die Szenen und reisst unsemotional mit. Eine kleine Rahmengeschichte hilft uns, den historischenAblauf zu verstehen. Aus der Urfassungvon Heinrich Waldvogel habe ich ein paar Genreszenen in dieFassung 07 eingebaut. Sie lockern die politischen Ränkespiele aufund geben vermehrt Frauen Mitspielmöglichkeiten. Und der Trickdes Bäckers mit seinem NO E WILI sollte jetzt verständlich werden. Die Kostüme werden neu gestaltet, historisch nah am 15. Jahrhundertin einem stilistisch durchgestalteten Farb- und Formkonzept.Das Faszinierendste aber wird bleiben: 300 Einwohnerinnen undEinwohner von Stein am Rhein und Region proben 6 Monate und spielen einen Sommer lang für Sie, liebes Publikum – die einmaligeErfahrung in der Gemeinschaft eines derartigen Teamwerkes und IhrApplaus werden ihr Lohn sein für den ausserordentlichen freiwilligen Einsatz.

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